Rennsteigtour mit dem Fahrrad

Den Plan, den Rennsteig einmal mit dem Fahrrad zu erkunden, gab es schon lange. Am Montag, den 16. August wurde dieses Vorhaben endlich Wirklichkeit.

Der erste Tag

Gegen 05:00 Uhr ging es mit der Bahn von Gera nach Hörschel. In Bad Klosterlausnitz stieg mein Teamgefährte Heiko zu. In Eisenach mußten wir in den Regionalzug nach Hörschel umsteigen. In Hörschel angekommen suchten wir den Anfang des Rennsteiges, welcher ziemlich versteckt lag. Dort angekommen nahmen wir einen Stein aus der Werra mit. Dieser sollte später, der Tradition nach, in die Saale geworfen werden.
Im Rennsteigwanderhaus Hörschel bekamen wir, gegen ein geringes Entgeld, unseren Wanderpaß. Diesen kann man sich in vielen Hotels, Gaststätten und Fremdenverkehrsvereinen abstempeln lassen.Dann ging es endlich auf die Fahrräder. Aber nicht lange. Die erste gewaltige Steigung lag vor uns. Da hieß es schieben. Die ersten Kilometer waren nur ein ständiges schieben und fahren. Nach 14 Kilometern kamen wir zu der Gaststätte "Hohe Sonne". Dort gab es die erste Rast. Es ging dann weiter über ziemlich unwegsame Strecken, aber gerade das macht den Reiz des Rennsteigs aus.

Start

Rast
Bald sahen wir den Großen Inselsberg, 916 m hoch. Bisher begegneten wir nur wenigen Wanderern oder Radfahrern, je mehr wir uns dem Inselsberg näherten wurden es immer mehr. Kurz vor dem Inselsberg noch eine mächtige Steigung, aber mit herrlichen Panoramablicken. Oben angekommen fing es leicht zu regnen an. Deshalb und da gerade Mittagszeit war, kehrten wir in eine der beiden Gaststätten ein. Bei eher mittelmäßigen Essen in einer überfüllten Gaststätte, hielten wir uns nicht lange auf. Draußen mußten wir feststellen, daß es stärker angefangen hatte zu regnen. Leider war es auch um die herrliche Sicht, weit hinein in das Land, schlecht bestellt. Wir hofften laut Wetterbericht auf Besserung und stiegen auf unsere nassen Räder. Mit einer rasenden Abfahrt ließen wir den Inselsberg schnell hinter uns
Die folgenden Kilometer wurden durch Regen und aufgeweichte Wege immer beschwerlicher. In der Berggaststätte und Hotel Ebertswiese versuchten wir uns bei einem Tee aufzuwärmen und unsere Sachen zu trocknen. Anderen Wanderern oder Radfahrern ging es ebenso. Einige wollten bei diesem Wetter aufgeben oder in der Ebertswiese übernachten. Uns stellte sich auch die Frage. Weitermachen? Aufgeben? Hier übernachten? Wir entschieden uns für die erste Möglichkeit.
Auf den nächsten Kilometern bis Oberhof begegneten wir niemanden. Wer sollte auch bei solchen Wetter wandern oder radfahren. In Schutzhütten wechselten wir unsere durchnäßten Sachen. Kurz vor Oberhof Nebel, mit Sichtweiten deutlich unter 20 meter. Endlich das Ortseingangsschild von Oberhof. Anhand eines Hotelführers entschieden wir uns für das Berghotel Oberhof. Eine Wahl, die wir nicht bereuen sollten. Nach einem Saunagang, in der hoteleigenen Sauna, fühlten wir uns schon wesentlich besser. Von den Strapazen des Tages erholt, ging der Abend beim Italiener gemütlich zu Ende.

Der zweite Tag

Um 07:00 Uhr hieß es aufstehen. Nach einen Blick aus dem Fenster war der Tag gerettet. Es hatte aufgehört zu regnen. Unsere Sachen waren über Nacht auch getrocknet. Nach einem wirklich hervorragenden Frühstück , ging es gut gestärkt weiter.

Rosenkopf
Kurz nach Oberhof der Rosenkopf.
Rosenkopf


Im Wald, durch den Regen, eine herrlich klare Luft. Über mehr oder weniger gut befahrbare Wege, die teilweise vom Regen des Vortages aufgeweicht waren, ging es weiter. Wir begegneten erstaunlich wenigen Wanderern oder Radfahrern. Nach 10 Kilometern die Schmücke. Dort trafen wir auf eine Reisegruppe aus Hamburg, die heute noch 30 Kilometer wandern wollte. Von der Schmücke aus näherten wir uns in einer langen, steilen Abfahrt und einigen leichten Steigungen dem Dörfchen Allzunah. Der Rennsteig verlief jetzt einmal links, einmal rechts der Straße, gelegentlich auch auf ihr. Gegen Mittag erreichten wir Neustadt am Rennsteig. Nach der Mittagspause in Neustadt ging es weiter. Unser Tagesziel lag immer noch einige Kilometer vor uns. Wir durchquerten das schöne Masserberg. An dessen Ortsausgang, nach einem breiten, steilen Waldweg ereichten wir den Aussichtsturm auf dem Eselsberg. Auf diesem eine wunderschöne Sicht, weit in das Land hinein. Nach circa 18 Kilometern Fahrt durch herrlichen Wald, erreichten wir unser Tagesziel Neuhaus am Rennweg. Ein Hotel war auch bald gefunden, das Hotel an der alten Porzelline. Ein gemütliches Hotel, das im Gebäude einer alten Porzellanmanufaktur enstanden ist. Der Besuch der hoteleigenen Sauna entspannte uns von den Strapazen des Tages. Nach einem reichlichen Essen beim ortsansässigen Chinesen, endete der Tag bei eins, zwei, drei Bier. Diese tranken wir im Schmelztiegel, einem urgemütlichen Pub.

Der dritte Tag

Der letzte Tag begann mit Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen. Das Frühstück, ebenso gut wie das des Vortages, ließ uns gut gestärkt starten. Kurz hinter Neuhaus am Rennweg überholten wir zwei Radfahrer, die wir später wiedertreffen sollten. Im weiteren Verlauf überquerten wir die ehemalige Grenze. Hier ist der Rennsteig so schlecht ausgeschildert, das wir uns verfuhren. Nach einer langen Irrfahrt befanden wir uns endlich wieder auf dem Rennsteig. Im fränkischen Steinbach im Wald trafen wir die zwei Radfahrer wieder. Wir erfuhren, daß es zwei Pensionäre aus Oberbayern sind. Den Rennsteig befuhren sie bereits zum zweitenmal und nächstes Jahr sicher wieder. Aber auch noch größere Strecken haben sie zurückgelegt z.B. von Oberbayern bis nach Paris oder bis nach Rügen. Auf den letzten Kilometern ging es schnell voran, da wir jetzt auf der Straße fuhren. In den Ort Blankenstein ging es hinein mit einer steilen, rasenden Abfahrt.

Ziel
Nach 168 km endet hier, unweit der Mündung der Selbitz in die Saale, der Rennsteig. Der Stein aus der Werra landet hier im Wasser.
Steinwurf


Nach einem Mittagessen im Ort, bestiegen wir den Zug über Saalfeld nach Gera. Die Strecke Blankenstein - Saalfeld ist übrigens eine wunderschöne Bahnstrecke. Da der Zug hier höchstens 30 km/h fährt, kann man die herrliche Umgebung wundervoll beobachten. Gegen 18:00 waren wir wieder zu Hause. Wir verabschiedeten uns mit den Worten: im nächsten Jahr wieder eine Rennsteigtour.